Das Weidegut im Wandel der Zeit

Colmnitz, ein osterzgebirgisches Reihen- und Waldhufendorf, liegt am Südrand des Tharandter Waldes. Als Dorf bereits im 14. Jahrhundert erwähnt, verfügt es auch heute noch über den Reiz einer gewachsenen Ortschaft mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern.

Die Bebauung erfolgte beidseitig des Colmnitzbaches, der den Ort in seiner gesamten Länge von 7,5 km durchfließt.

Das Weidegut, ein Vierseithof am Ortsausgang, das sich am Rande des Tharandter Waldes in die reizvolle Naturlandschaft einfügt, ist ein beredtes Beispiel für Pflege und Erhaltung Jahrhunderte alter Bausubstanz.

Im Laufe der Geschichte hat der Hof viele Generationswechsel erlebt.

Nachweislich erwähnt

Nachweislich erwähnt wurde das Flurstück 126, auf dem das heutige Weidegut steht, bereits 1521. Die Besitzverhältnisse des Anwesens wurden von dem Colmnitzer Emil Neubert bis ins Jahr 1521 zurückverfolgt, die er im „Häuserbuch von Niedercolmnitz“ 1960 niederschrieb.

Scheunenneubau

Über Entstehung und möglichen Wandel des Gutes im Verlaufe der Generationen gibt es leider keine Dokumente. Nachweislich dokumentieren lässt sich erst der Scheunenneubau, den der letzte Eigentümer Ernst Emil Träger im Jahre 1926 veranlasste. Der Scheunenneubau schloss die Seite zum Vierseithof und schaffte Platz für Ställe, Silo und Lager.

Verkauf

Im Oktober 1957 verkaufte der letzte Eigentümer das Gut an die Bäuerliche Handelsgenossenschaft Colmnitz. Das Gut sollte zukünftig als Weidegut für Jungrinder genutzt werden (Pensionstierhaltung). Der Begriff „Weidegut“ datiert aus dieser Zeit.

Verkauf

1959 verkaufte die BHG das Gut an die LPG „Neuer Weg“ in Colmnitz. Diese nutzte das Weidegut für die Jungrinderaufzucht bis 1990.

Umwandlungsbeschluss

Auf Grund der veränderten Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft ging im Herbst 1990 aus der LPG Colmnitz durch Umwandlungsbeschluss eine eingetragene Agrargenossenschaft hervor. Eine rentable Tierhaltung in den vorhandenen Gebäuden war nicht mehr möglich.

Planung

 

Ab 1995/96 wurde mit der Planung für eine wieder sinnvolle Nutzung des Gutes begonnen.

Übernahme

Voraussetzungen für eine Umnutzung und Weiterbewirtschaftung der Gebäude und Flächen wurden dann mit der Übernahme des Weidegutes durch die Colmnitzer Wohnungsgesellschaft mbH, ein Tochterunternehmen der CAG Colmnitzer-Agrar-Genossenschaft e. G. geschaffen.

Durch seine reizvolle Lage inspirierte der Hof mit seinen umgebenden Flächen zu dem Gedanken, einen Naturerlebnishof zu gestalten, der für eine breite naturverbundene Bevölkerungsschicht zugänglich ist. Viele inhaltliche Ideen zur Gestaltung dieses Naturerlebnishofes und deren Umsetzung sind den Mitarbeitern der Gesellschaft zur Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung mbH Freital (ABS) sowie den Beschäftigten der CAG Colmnitzer-Agrar-Genossenschaft e. G. und Wohnungsgesellschaft mbH zu danken.

Gestaltung des Bauerngartens

Die Projektierung und Gestaltung des Bauerngartens 1998 war der Beginn einer Reihe von Maßnahmen zur Revitalisierung des gesamten Umfeldes des Weidegutes.

Übergabe der Außenanlagen

Im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung am 26.Mai 2001 wurden der Öffentlichkeit die Außenanlagen zur Nutzung übergeben.

Ausbau Wohn-/Stallhaus I

Innenausbau des ersten Gebäudes abgeschlossen

Auch das äußere Erscheinungsbild der Gebäude hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits grundlegend gewandelt. Sie waren durch behutsame Sanierung unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte zu einer Augenweide geworden.
Mit dem anschließenden Innenausbau des ersten Wohn-/ Stallgebäudes waren insbesondere Fachkräfte der Colmnitzer Wohnungsgesellschaft mbH und der CAG Colmnitzer-Agrar-Genossenschaft e. G. betraut.
2003 konnte der Innenausbau dieses Gebäudes abgeschlossen werden. Hier befinden sich nun Gesellschaftsräume, die für Familienfeiern gern genutzt werden.

 
Dachaufbau des zweiten Wohn-/Stallgebäudes.

 

Durch die Bestätigung der Komplexmaßnahme „Umnutzung des Weidegutes zum Naturerlebnishof“ innerhalb der Gemeinschaftsinitiative LEADER+, eines europäischen Förderprogramms, wurden Voraussetzungen zum weiteren Ausbau des Vierseithofes zu einer Freizeiteinrichtung mit Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. So erfolgte 2004 der Dachaufbau des zweiten Wohn-/Stallgebäudes.

Pyramide „ Werkstatt Weihnachtsmann“

Bauzeit vom 21.01. – 21.11.2004

Der erste Anschub der Pyramide erfolgte im Dezember 2004.

Veranstaltungsraum mit Kreuzgewölbe

 

Aus dem ehemaligen Stall entstand 2005 ein Veranstaltungsraum mit wundervollem Kreuzgewölbe und restaurierten Sandsteinsäulen.

Ferienzimmer

Zügig ging der Innenausbau in diesem Gebäude voran und im Frühjahr 2006 konnten den Besuchern im Rahmen unseres Hoffestes erstmals die neu entstandenen und gemütlich eingerichteten Ferienzimmer präsentiert werden.

Sanierung der Scheune
Abschluss Um- und Ausbau Wohnhaus II
Neugestaltung des Spielplatzes

Neugestaltung der Tiergehege und der Voliere
Ausbau Hofladen
Erneuerung Wege
Erneuerung Scheunendach

Ein nun möglicher längerfristiger Aufenthalt im Weidegut bietet den Gästen Gelegenheit, Natur und Landschaft im Umfeld des Weidegutes zu genießen und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Region zu erkunden.

Reisen Sie mit uns in die Vergangenheit …

BESTANDSAUFNAHME 1995/96

VORHER

NACHHER

1990
2007
Wohnhaus 1 von Straßenseite, 1990
Wohnhaus 1 von Straßenseite, 2001
Giebel, 1990
Giebel, 2004
Wohnhaus 2, 1990
Wohnhaus 2, 2002
Gästezimmer, 1990
Gästezimmer, 2006
Dachausbau Wohnhaus 2, 2004
2005
1990
2005
Giebel Wohnhaus 2, 1990
Giebel Wohnhaus 2, 2005
Kuhstall, 1990
Kuhstall, 2005
Kuhstall, 2005
Scheune Hofseite, 1990
Scheune Hofseite, 2006
Erdgeschoss große Scheune, 1990
Erdgeschoss große Scheune, 2008

Dass alles seine Zeit hat, heißt auch, dass alles seine Zeit braucht.

– Ernst Ferstl –